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Artikel in der KINDERKRAM April 2019:

Und täglich grüßt das schlechte Gewissen – Mütter zwischen Beruf und Familie

Super gemacht! Das müsste jede berufstätige Mutter jeden Tag ins Ohr geflüstert bekommen bei allen Aufgaben, die noch erledigt werden müssen, bevor der eigentliche Arbeitstag beginnt. Und auch während der Arbeit und danach,vielleicht würde sie es dann irgendwann auch glauben, denn wie sagt man so schön: „Steter Tropfen höhlt den Stein.“

Berufstätige Mütter sind Drahtseiltänzerinnen. Jeden Tag versuchen sie den Balanceakt zwischen Familie und Beruf zu meistern. Und das heißt, nicht nur oben auf dem Seil zu bleiben und Balance zu halten, sondern wirklich zu meistern. Also allen Ansprüchen mehr als gut gerecht zu werden, allem voran den eigenen.

Eigentlich könnte jede einzelne sich am Ende eines Tages auf die Schulter klopfen und für diese Meisterleistung loben, stattdessen meldet sich oft das schlechtes Gewissen wie ein kleines Teufelchen. Es sitzt auf der besagten Schulter und raubt Schlaf, Kraft und das letzte Selbstvertrauen. Berufstätige Mütter haben ein schlechtes Gewissen gegenüber ihren Kindern, ihrem Arbeitgeber, ihren Kollegen, ihrem Partner und auch gegenüber sich selbst. Aber warum? Woher kommt dieses ständige Denken, den Ansprüchen nicht gerecht zu werden und andere enttäuschen zu können ?

Ein schlechtes Gewissen entsteht, wenn sich die gelebten Entscheidungen und Handlungen nicht mit den eigenen Ansprüchen und den vorgestellten Erwartungen der anderen decken.

Diese Erwartungen und Ansprüche haben sich im Laufe unseres Lebens entwickelt. Und eine wichtige Rolle spielt dabei mit welchen Vorbildern wir aufgewachsen sind. War die eigene Mutter auch berufstätig oder nicht und wie hat sie ihre Rolle gemeistert? Hatte sie vielleicht auch ob und zu ein schlechten Gewissen? Wahrscheinlich ist, dass wir davon nichts mitbekommen haben, denn jeder versucht für sich selbst einen Weg zu finden. Gegenüber anderen ein schlechtes Gewissen einzugestehen würde bedeuten Schwäche zu zeigen und berufstätige Mütter müssen stark sein. Ein Scheitern darf es auch nicht geben, denn das wurde von der Männerwelt lange erwartet, um die Frau wieder an Heim und Herd zu binden. Und dieses Bild haben uns also nicht nur alle berufstätigen Mütter vor unserer Zeit eingeschärft, auch heute finden wir dieses Bild in den Medien und um uns herum immer wieder. Stark sein und von schlechtem Gewissen keine Spur.

Beides ist scheinbar problemlos machbar und das fordert uns und unsere eigenen Ansprüche heraus. Nicht schaffen heißt, zu scheitern, an meinen eigenen Ansprüchen und an dem, wofür so viele vorher gekämpft haben. Gescheitert heißt überfordert zu sein und eine überforderte Mutter kann keine gute Mutter sein. Und eine überforderte Arbeitskraft, kann keine gute Arbeitskraft und Kollegin sein. Und als ob das noch nicht reichen würde, wären da auch noch die anderen Mütter, die es immer wieder schaffen uns das größte schlechte Gewissen einzureden. Es wird ständig unterschwellig gestichelt und diese Überforderung heraufbeschworen, um vielleicht auch von sich selbst abzulenken. Wenn ein Kind zum Beispiel oft in den Spätdienst im Kindergarten ist, reicht der Kommentar einer anderen Mutter “Das arme Kind!“ und die eigene den Umständen entsprochene Entscheidung, diesen Dienst zu nutzen, wird kritisch überdacht. Und pling, das schlechte Gewissen ist da. Würde das ein Mann sagen, hätte das nicht so viel Gewicht, aber Kommentare aus dem selben Lager verletzen und verunsichern sehr.

Zeit also, dem schlechten Gewissen den Kampf anzusagen: berufstätige Mütter aller Länder vereinigt euch! Akzeptiert, dass jeder auf seine Art und Weise seinen bestmöglichsten Weg findet und tauscht euch offen und ehrlich darüber aus. Macht euch nichts vor, denn jede Verschönerung aufgrund eigenen schlechten Gewissens, produziert auch eines beim sich vergleichenden gegenüber. Seid stolz auf euch und was ihr tut !

Auch starke Frauen dürfen Schwäche zeigen. Geht in den offenen und ehrlichen Austausch mit anderen berufstätigen Müttern und seid nicht mehr allein. Das macht wieder stärker. Starten wir, indem wir losgehen und sagen, super gemacht!

 

 

WORKSHOPS:

I. Geburtsnachbereitungskurs

Jedes neue Familienmitglied fordert viel Aufmerksamkeit, Pflege und auch Kraft. Egal, ob es das erste Kind ist, bei dem sich alles einspielen muss oder sie bereits ein Kind haben und mit ihrer Aufmerksamkeit und Kraft zwischen beiden balancieren, immer verändert sich der Alltag und das Leben miteinander grundlegend.

Auf die Geburt an sich bereitet sie ein Geburtsvorbereitungskurs vor, aber wer bereitet sie danach auf den Umgang miteinander vor?

Wenn sie sich also folgende Fragen stellen: Werde ich noch als Partner wahrgenommen, bin ich auch noch Frau oder Mann? Wo und wann findet unsere Liebesbeziehung statt und welche Rolle habe ich, Familie und Beruf wie geht das und wie gehe ich mit meinem Bedürfnis nach körperlichen Nähe um. Wie spreche ich mit meinem Partner darüber, ohne missverstanden zu werden, was ist gerecht, was ungerecht und weitere Fragen, die ihren neuen Lebensabschnitt betreffen, …

…dann lade ich sie herzlich ein zu einem Geburtsnachbereitungskurs für Eltern und Paare.

Wir wollen genau über diese Dinge sprechen, respektvoll, offen und ehrlich und nicht nur zwischen Tür und Angel. Wir wollen gemeinsam Konflikten vorbeugen, denn ihre Kraft brauchen sie an anderer Stelle.

 

II. Qualitytime für Paare

Wenn wir erst einmal wieder mehr Zeit miteinander verbringen, dann wird alles gut !!

Am besten ein gemeinsames Hobby finden und dann jede Woche, ok einmal im Monat, mal schauen vielleicht ab und zu. Oder mal schön essen gehen oder ins Kino oder einfach mal einen Abend zusammen auf dem Sofa oder vielleicht doch nur gleichzeitig ins Bett gehen…

Kennen sie diese Vorsätze? Egal was sie schließlich tun, eines ist dabei immer gleich, sie müssen sich im Vorfeld einen gemeinsamen Termin freischaufeln und haben dann den Anspruch daran, dass es auch richtig gut werden soll. Denn wer weiß, wann sie das nächste mal die Möglichkeit haben. Und wird es gut ? Oder sitzen sie vielleicht in einem Restaurant und eine unangenehme Stille macht sich breit, schauen sie auf die Uhr und rechnen im Kopf aus, wieviel der Babysitter kosten wird und ob sie sich daher noch ein Dessert bestellen oder nicht?

Diesen Druck will ich ihnen nehmen ! Melden Sie sich gern bei Interesse.